Machen Adblocker den Online Werbemarkt kaputt und sind die Webseitenbetreiber selber schuld?

März 23, 2010 41 Von hombertho

Sind Adblocker schuld, dass es bald im Netz keine kostenlose und qualitativen Content gibt? Spiegel Online hatte gestern einen verzweifelten Aufruf gestartet, dass doch bitte die Leser auf Adblocker verzichten sollen. 5 bis 25% tun es und sind daran schuld, dass keine Einahmen durch Online-Werbung generiert werden können.
Eigentlich ist der Deal ja ganz einfach. Man bekommt kostenlosen Content und dafür akzeptiert man ein bisschen Werbung. Man muss sich ja selber finanzieren. Soweit ist das ja noch in Ordnung und das ist auch eine Zeit lang gut gelaufen. Keiner hat was gegen Werbung, die sich dezent in eine Webseite einfügt. Aber Irgendwann kam dann noch Flash und Sound dazu. Diese blinkenden nervigen Werbeblöcke, die einen ab und zu mit einer lauten Soundausgabe erschrecken. Nicht nur dass diese Anzeigen vom eigentlichen Content ablenken, treiben Sie auch die CPU Last und die Ladezeit der Seite in die Höhe. Noch schlimmer sind die Layer Ad Werbungen, die dem Besucher um die Ohren fliegen. Damit aber nicht genug. Wer nämlich versucht dieses Fenster zu schließen ärgert sich über ein neues Fenster. Fieserweise ist nämlich der Button zum schließen ein Öffnen Button.

Werbeflut

Da ist es nicht verwunderlich, dass die Nutzer auf Werbung nicht gut zu sprechen sind. Die Folge daraus ist, dass nun die Adblocker boomen und ohne schlechtes Gewissen benutzt werden. Es ist ja auch so viel angenehmer und endlich kann man den Content ohne nervige Ablenkung lesen.

Für den Webseitenbetreiber bedeutet dies aber auch Einnahmeeinbußen. Das keiner mit Spiegel oder anderen Portalen Mitleid hat konnte man an der Vielzahl der Kommentaren herauslesen. Es geht soweit, dass man dafür wäre das komplette Netz wieder von solchen Diensten zu säubern und einfach wieder wie früher nur Bilder und Texte tauscht.

Als Blogbetreiber kommt man früher oder später auch zu dem Thema Werbung. Auch ich bekenne mich schuldig, hier Werbung zu schalten. Aber nicht, weil ich die großen Dollar Zeichen in meinen Augen habe und nachts feuchte Träume bekomme, was ich mit dem vielen Geld nun so tolles anstellen könnte. Dazu würden die Einnahmen bei weitem auch nicht reichen. Es ist ein netter Zusatzverdienst um seine Kosten zu decken und sich mal ab und zu was besonderes zu leisten, was man sich sonst nicht kaufen würde. Ich finde das ist auch nichts verwerflich. Ich achte aber auch darauf, dass die Werbung so unauffällig wie möglich platziert wird und das Leser nicht unnötig belästigt werden.

Das Adblocker manchmal gar nicht mal so praktisch sind hat man bei meinem Gewinnspiel gemerkt. Ich hatte einen Button einen Monat in der Seitenleiste und viele hatten mir bei der Auslosung geschrieben, dass sie nie etwas davon erfahren hatten. Die Verwunderung war dann umso größer, denn der Button war ja nicht zu übersehen. Das Rätsels Lösung war dann der Adblocker, der einfach meinen Button ausgeblendet hatte.

Ich selber benutze keinen Adblocker, da die meisten Webseiten die Problematik erkannt haben und wieder weniger nervige Werbung schalten. Andere Webseitenbetreiber versuchen allerdings mit noch aggressiver Werbung die wegbrechenden Einnahmen wieder zu kompensieren. Was aber wiederum mehr Leute dazu bewegt Adblocker einzusetzen. Im Grunde also ein Teufelkreis und nicht verwunderlich, dass hier einfach die Fronten verhärtet sind.

Ich finde es erschreckend, dass hier irgendwie das Gegenseitige Verständnis fehlt. Einerseits für den Webseitenbetreiber, dass der Besucher nicht von Werbung erschlagen werden will und andererseits den Besucher, der nicht einsehen will, dass auch andere nicht nur von Luft und Liebe leben.

Werbung und Internet ist und bleibt ein schwieriges Thema und kann nur mit Gegenseitigen entgegenkommen gelöst werden. Der Versuch von Spiegel ging jedenfalls nach hinten los und sich gegenseitig die Schuld zuzuweisen bringt nichts.

Wie steht ihr zu dem Thema?

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