Blogparade: Urlaubsimpressionen | Urlaub mit Grenzwerterfahrungen

Oktober 19, 2010 17 Von hombertho

Mel macht eine Blogparade, wo jeder bis zum 31.10.2010 mit seiner schönste Urlaubsimpression mitmachen darf. Als kleinen Anreiz gibt es sogar was zu gewinnen.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mal eine schöne, aber auch sehr extreme Urlaubsimpression von meinem letzten Kreta Urlaub zu bloggen. Eigentlich wollte ich ja schon längst mal darüber schreiben, aber dann ist mir immer wieder ein anderes Thema dazwischen gekommen ist. Das ist jetzt mittlerweile über 1 Jahr her 🙂

Wir wollten die Samaria-Schlucht besuchen. Sie ist mit 17 KM einer der längsten Schluchten von Europa. Damit man aber erst einmal zur eigentlichen Schlucht kommt muss man 1200 Höhenmeter überwinden. Es gibt nur zwei Eingänge zu der Schlucht. Einmal vom Meer und einmal von der Hochebene.

Da wir mit dem Auto gekommen sind, hatten wir logischerweise den Eingang von der Hochebene gewählt. Der Plan war anfangs durch die Schlucht zu laufen, sich im Meer abzukühlen und dann wieder zurück zum Auto zu gehen.

Die Wanderung zur Bucht

Zu Beginn waren es noch steinige Treppen:

Kreta - Samaria Schlucht - 1

Dann wurden daraus Stein/Erde Serpentien Weg:

Kreta - Samaria Schlucht - 2

Danach wieder etwas steiniger und ohne Treppen:

Kreta - Samaria Schlucht - 3

Bis dann nach Stunden und endlosen Kilometern dann der Eingang der Schlucht erreicht war:

Kreta - Samaria Schlucht - 7

Es ist wirklich beeindruckend, wenn man durch die 600 Meter hohen Schluchtwände läuft

Kreta - Samaria Schlucht - 4

Die dann irgendwann in eine beeindruckende und schmale Steinschlucht mit Wasserlauf wird

Kreta - Samaria Schlucht - 6

Bis zu diesem Punkt sind wir gekommen:

Kreta - Samaria Schlucht - 5

Von hier aus wären es aber immer noch 4 Kilometer bis zum Meer gewesen, aber wir mussten umdrehen, weil wir schon über 4 Stunden gelaufen sind, es 15 Uhr war und wir wußten, dass es um 19 Uhr wieder dunkel wird.

Da die bereits gelaufenen 13 Kilometer bergab schon einiges an Kraft gekostet hatten, es heiß war und wir nur eine Packung Kekse zum essen dabei hatten waren die Vorraussetzungen nicht gerade perfekt, um noch einmal den gleichen Weg bergauf zu laufen. Aber wir hatten keine andere Wahl. Es gibt keine Seiteneingänge und Abkürzungen. Keine Straße und auch kein Transportmittel. Nur den einen beschwerlichen und steinigen Weg. Nicht umsonst sind in der Geschichte schon viele daran gescheitert die Schlucht zu erobern. Es gibt auch ein Dorf in der Schlucht, aber die ist nicht mehr bewohnt.

Die ersten 6 Kilometer gingen ja noch so einigermaßen, aber dann mußten wir immer öfters eine Pause einlegen. Erst jede halbe Stunde, dann alle 15 Minuten bis wir es am Ende nicht mal mehr 5 Minuten weiter laufen konnten. Die Beine hatte man am Ende nicht mehr gefühlt und man hat eigentlich nur noch Funktioniert. Getrieben von der Gewissheit, dass es bald dunkel wird und wir aus der Schlucht raus müssen.

Das schlimmste war, dass sich der Weg gezogen hatte wie Gummi und wenn man dann endlich dachte, dass man fast das Ziel erreicht hatte, dann ging es immer noch ein Stückchen weiter. Von Spaß konnte zu dem Zeitpiunkt keine Rede mehr sein.

Zum Glück gab es alle 1-2km einen Brunnen, bei dem wir wenigstens unseren Wasservorrat auffüllen konnten.

Kreta - Samaria Schlucht - 8

Aber das Wasser nützt einem auch nichts mehr, wenn man am Ende seiner Kräfte ist. Man will weiter, aber schafft es kaum sich zu bewegen. Es wird einem richtig schwarz vor Augen und man realisiert seine Umgebung nur noch schemenhaft.

Ich werde nie diese Situation vergessen, als es schon fast dunkel geworden ist. Es herrscht eine totenstille. Nur ab und zu hört man einen Stein in einem immer leiser werdenden klock, klock, klock, … den Berg herunter rollen. Es ist sonst keiner da und es kann einem keiner weiter helfen. Es gibt nur den einen Weg hoch bis zum Auto. Die Erkenntnis hat einem dann doch immer weiter getrieben, bis wir am Ende dann noch kriechend und mit den allerletzten Kräften dann doch noch den Ausgangspunkt erreicht hatten.

Die Erleichterung war groß, auch wenn da noch die 60Kilometer Heimfahrt zum Hotel waren. Meine Freundin ist im Hotel nur noch ins Bett gefallen. Ich habe mich aber noch zum Abendessen geschleppt und musste erst einmal die verbrannten Kalorien wieder zu mir nehmen. Was mir aber sicherlich nicht gelungen ist. So viel Kalorien habe ich bestimmt in meinem ganzen Leben nicht verbrannt. Aber ich war in meinem Leben auch noch nie so am Ende meiner Kräfte.

Es ist überflüssig zu sagen, dass wir die nächsten Tage erst einmal einen höllischen Muskelkater hatten.

Mein Fazit

Würde ich es noch einmal tun? Diese Frage würde ich mit „Ja“ beantworten. Zwar würde ich nicht mehr den Weg zweimal laufen, sondern nur einmal von der Hochebene zur Bucht und dann mit dem Schiff und Bus wieder zu der Hochebene.

Ich kann den Besucht der Samaria-Schlucht nur jedem empfehlen, der mal auf Kreta ist. Mit der richtigen Ausrüstung und Planung ist das eine beeindruckende Wanderung durch ein sehr vielseitiges Gebiet :thumbsup:

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