Projekt Media-PC 2011: Die Wahl des richtigen Mainboards und CPU

Projekt Media-PC 2011: Die Wahl des richtigen Mainboards und CPU

Januar 17, 2011 27 Von hombertho

Nachdem die Frage des Gehäuses geklärt war ging es nun ans eingemachte und es musste die Entscheidung des richtigen Mainboards und CPU getroffen werden. Dieser Punkt ist denke ich mal die schwierigste Entscheidung. Einerseits weil die Auswahl der Mainboards schier unerschöpflich und damit sehr unübersichtlich ist.

ITX oder doch lieber micro-ATX

Da ich einen stromsparenden Rechner haben wollte und in mein Gehäuse kein vollwertiges ATX Board rein passt stand ich vor der Entscheidung, ob ich mir nun ein ITX Board mit allem drum und dran kaufe, oder doch ein micro-ATX verwende.

Unter den ITX Boards gibt es es ganz interessante Produkte, wie zum Beispiel das Zotac IONITX-A-E Mainboard (Mini PCI-e, Mini-ATX, Intel Atom N330, 533 Mhz FSB, 2x DDR2 DIMM). Der Vorteil bei diesem Board ist, dass alles inklusive ist. Es ist ein Dualcore Atom mit 2 x 1,6Ghz und einem ION Chipsatz. Letzteres ist besonders wichtig für die Grafikleistung. Unter Linux wird der ION Chipsatz mittels vdpau auch sehr gut unterstützt. Bei dem Board kann man sogar normalen DDR2 Ram benutzen. Normalerweise muss man bei anderen ITX Boards teueren SO-Dimm (Notebookspeicher) nehmen. Sogar ein 90 Watt Netzteil ist mit dabei, an dem man noch zusätzlich 3 Laufwerke anschliessen kann. Außerdem bekommt man noch so nette Features, wie integriertes WLAN.

Einen ausführlichen Test zu dem Board könnt Ihr zum Beispiel hier finden.

Eigentlich wirklich ein tolles Board für den Media PC, wenn es da nicht ein großes ABER geben würde. Ich möchte nämlich auch DVB-S2 Inhalte anschauen. Auf PCI und PCIe Karten kann ich aber in dem Fall aber nicht zurückgreifen, da es nur ein MINI PCI-e gibt. Über einen externen USB kann man mit dem Board sicherlich auch kein DVB-S2 Material schauen. Die CPU Last wäre einfach zu hoch und der ION Chipsatz würde mir hier auch nicht helfen.

Schade eigentlich. Wirklich  interessante Alternativen gab es im ITX Markt nicht und so bin ich am Ende dann doch beim micro-ATX gelandet.

Bei der Wahl zwischen Intel und AMD bin ich aus Kostengründen und auch der Energieeffizienz dann bei AMD gelandet und da ich auch für die Zukunft etwas gerüstet bin auch auf dem Sockel AM3. So ist es nach langer Suche dann das ASRock 890GM PRO3 Mainboard Sockel AMD AM3 890GX 4x DDR3 Speicher Micro ATX geworden:

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Sicherlich nicht das billigste Board, aber mir haben solche netten Features wie USB 3.0 und den verschiedenen Raid Funktionen doch recht beeindruckt. Ausserdem ist eine recht schnelle Grafikkarte IGP Radeon HD 4290 verbaut. Bei dem Board bleiben eigentlich keine Wünsche offen 🙂

Welcher CPU?

Zu dem Mainboard musste natürlich auch ein passender CPU her. Ich habe mich für den AMD Athlon II X2 245e (Dualcore) entschieden. Die CPU hat eine TDP von 45 Watt und ist mit 2 x 2,9 Ghz getaktet. Das sollte fürs erste mal reichen. Später kann man ja immer noch einen größeren CPU einbauen. Es gibt ja mittlerweile auch schon X4 (Quadcore) mit 45 Watt.

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So ein CPU will ja auch noch richtig gekühlt werden. Auch wenn ich mir die Box Version gekauft hatte, wo schon ein Lüfter dabei war hatte ich mich noch nach einer leiseren Version umgeschaut. Dabei ist die Wahl auf den Scythe Shuriken Rev.2 Prozessorkühler gefallen. Im Vergleich zu dem Boxed-Lüfter auch sehr gewaltig:

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Mir war es wichtig, dass ein großer Lüfter verbaut ist und dass er auch nicht so hoch ausfällt. Die Installation auf dem Mainboard ist trotz der Ausmaße recht einfach. Allerdings ist der Lüfter bei voller Umdrehung nicht sehr silent und deutlich zu hören. Dank PWM Steuerung habe ich den Lüfter aber eigentlich immer so bei 700 U/min laufen und dann ist er kaum hörbar. Dabei wird die CPU ausreichend gekühlt. Fast immer noch zu kalt (25 Grad bei Idle). Daher werde ich demnächst auch mal probieren, ob es nicht ausreicht, wenn dieCPU durch die Gehäuselüfter mit gekühlt wird und nur bei bedarf dann die CPU Lüfter aktiviert wird.

Der Speicher

Zu guter Letzt braucht man auch noch einen vernünftigen Speicher. Eigentlich reichen ja 2GB locker aus. Ich hatte mich aber dann doch für 4GB entschieden, da es nur ein paar Euro teurer ist und ein bisschen Luft nach oben kann nie schaden. So ist es dann der G.Skill PC1333 Arbeitsspeicher 4GB (1333 MHz, 240-polig, 2x2GB) CL9 DDR3 RAM Kit geworden:

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Ich finde das ist ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis und über G.Skill habe ich bis jetzt auch nichts schlechtes gehört.

Zusammenfassung

Nachdem die Komponenten verbaut wurden sieht mein HTPC jetzt so aus:

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Es nimmt so langsam eine Form an 🙂

Mit den CPU und dem Mainboard bin ich insgesamt auf 140 Euro gekommen. Im Vergleich zu einem ITX Mainboard bin ich damit auch insgesamt günstiger weg gekommen und ich kann das System jederzeit erweitern. Im Vergleich zum Stromverbrauch muss sich mein jetziges System auch nicht verstecken. Die CPU läuft im Normalbetrieb bei mir mit 800 Mhz und braucht damit auch nicht die vollen 45 Watt. Wie viel es am Ende sind kann ich leider nicht sagen, da ich kein Strommessgerät besitze. Mit den 800 Mhz läuft mein System aber schneller als ein Atom System und hat noch Leistungsreserven nach oben. Mit Undervolting könnte man sogar den CPU noch stromsparender machen. Aber damit gefährdet man auch die Stabilität des Systems. Der Stromverbrauch der IGP soll ungefähr bei 8 Watt liegen und dann kommt noch der Stromverbrauch des Mainboards an sich dazu. Ich schätze ich bin dann da bei insgesamt 30 – 40 Watt. Sollte ich da mal genauere Werte haben, dann liefere ich diese natürlich sofort nach 😉

Die IGP Grafikkarte hat richtig viel Power und die Beschleunigung mittels vaapi kann auch unter Linux genutzt werden. Full HD Filme kann ich schon mal ruckelfrei auf meinem System schauen. Allerdings kann ich noch nichts zu dem Thema Blu Ray sagen. Unter Linux ist das ein schwieriges Thema. Vor allem wegen dem Kopierschutz. Nvidea soll aber mit PureVideo HD in dem Punkt die Nase vorne haben. Sollte sich das am Ende bewahrheiten, dann muss ich mir noch eine zusätzliche Nvidea Videokarte kaufen. Das wäre natürlich nicht so optimal, aber ein micro ATX Mainboard mit AM3 Sockel, ohne IGP, oder mit einer Nvidea Onboard Grafikkarte stand aber leider auch nicht zur Auswahl. Allerdings wäre eine vernünftige Nvidea Karte mit 40 Euro auch keine große Investition.

Man sieht, man muss einiges bei der Auswahl der Komponenten für einen Media PC beachten und man kann auch viel falsch machen. Man nimmt sich am besten viel Zeit und durchforstet das Angebot nach seinen eigenen Bedürfnissen und selbst dann kann man sich immer noch in den Hintern beißen, dass man doch was falsches gekauft hatte.

So wird der Vorteil, die Freiheit alles so zu bauen, wie man möchte auch schnell zum Nachteil 😉

Im nächsten Teil werde ich dann auf die Laufwerke und dem Netzteil eingehen. Natürlich dürft ihr gerne auch über euere Erfahrungen mit dem Bau eines HTPC berichten. Vielleicht wollt Ihr euch auch gerade einen bauen und steht erst einmal auf verloren Posten, weil Ihr die Übersicht verloren habt.

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