Der intelligente GPS Logger i-gotU GT-600 im Praxistest

Vor ein paar Monaten hatte ich einen Bericht über den kompakten GPS Logger i-gotU GT-120 geschrieben. Nun gibt es ein neues Modell von i-gotU mit dem Namen i-gotU GT-600. Diesen habe ich freundlicher Weise zur Verfügung gestellt bekommen und einen Praxistest unterzogen.
Was sofort beim auspacken auffällt ist die Größe. Der i-gotU GT-600 ist nicht mehr ganz so kompakt wie der i-gotU GT-120. Aber die Abmessungen sind immer noch sehr gering und der i-gotU GT-600 passt immer noch locker in eine Hosentasche rein. Wer es lieber an den Arm oder Rucksack befestigen möchte kann dies mit dem mitgelieferten Klettband tun.

i-gotU GT-600-2

Was mir als nächstes auffällt ist der Schriftzug 64M. Ja der i-gotU GT-600 hat einen größeren Speicher bekommen und damit ist es nun möglich über 262.000 Wegepunkte aufzuzeichnen. Der i-gotU GT-120 hatte im Gegensatz dazu lediglich 16M Speicher. Somit stehen längere Touren nichts mehr im Weg. Vor allem weil die Batterieleistung fast um das 3-fache gestiegen ist. Damit aber nicht genug. Der besondere Clou an dem i-gotU GT-600 ist der Motion Sensor. Das heißt der Geotagger schaltet sich aus, sobald man sich nicht mehr bewegt. Natürlich schaltet er sich auch wieder ein sobald es weiter geht. Das spart richtig Power und das lästige Problem leerer Batterien, weil man vergessen hatte den Geotagger wieder auszuschalten gehören nun auch der Vergangenheit an.

Der SiRF Star III 65nm Chipsatz ist auch beim i-gotU GT-600 verbaut. Mit einem Kaltstart von 35s ist der Geotagger schnell wieder einsatzbereit. Diesen Wert konnte ich auch im Praxistest erreichen. Es kann aber auch mal etwas länger dauern, wenn es stärker bewölkt oder der Sichtkontakt zu den Satelliten nicht so gut ist. Auch eine schwächere Batterie kann diesen Wert etwas in die Höhe treiben. Aber diese Faktoren beeinflussen den Kaltstart bei jedem Geotagger. Daher auch nicht so wirklich überraschend.

Die Bedienung ist wie gewohnt einfach. Es gibt wieder eine Taste. Zum Einschalten wird die Taste 2 Sekunden gedrückt. Für die Betriebsbereitschaft gibt es zwei LEDs. Die blaue LED signalisiert, dass Daten aufgezeichnet werden und ein die rote LED, dass die Batterie leer ist. Blinkt die rote und die blaue LED gemeinsam, dann signalisiert der Tagger, dass die Batterien bald zu Ende gehen. In dem i-gotU GT-600 wurden aber die gleichen LEDs verbaut und damit besteht auch weiterhin das gleiche Problem, dass diese bei starkem Sonnenlicht schlecht zu sehen sind. Weiterhin hätte ich mir auch noch ein akustisches Signal gewünscht. Nicht immer hat man den Geotagger im Auge und es gibt ja nichts ärgerliches, als wenn man daheim bemerkt, dass man ein Loch in der Route hat, weil Wegepunkte fehlen.

Das gelungene Design wurde beibehalten und der i-gotU GT-600 ist auch weiterhin wasserdicht. Sehr praktisch, denn man kommt schnell mal in einen Regenschauer bzw man muss sich keine Gedanken machen, wenn das Gerät in den Matsch oder in eine Pfütze fällt. Auch auf Bootstouren braucht man sich keine Gedanken mehr machen. Das habe ich leider nicht testen können, weil ich kein Boot besitze und zum Tretboot fahren ist es im Moment einfach zu kalt 😉

Die Software A-Trip ist die gleiche wie bei dem i-gotU GT-120. Ich habe in dem Testbericht bereits ausführlich berichtet. Die  A-Trip Software wird laufend mit neuen nützlichen Funktionen erweitert.

Aktuell befindet sich die i-gotU Suite in der Version 3.1. Nicht nur, dass diese Version endlich jetzt auch auf Windows 7 mit 64bit problemlos läuft sind noch ein paar nützliche Features integriert worden.

So ist zum Beispiel der Sports Analyzer dazu gekommen:

Der intelligente GPS Logger i-gotU GT-600 im Praxistest

Das ist ein Kalender, bei dem man jeden Tag speichern kann, was man gemacht hat, wie viel Kalorien man verbrannt und wo man sicher herum getrieben hat. Sozusagen ein Tagebuch für die sportlichen Aktivitäten.

Die Where Am I Funktion zeigt die aktuelle Postion an, wo man sich gerade befindet. Diese Funktion macht allerdings nur sinn, wenn man auch sein Notebook dabei hat.

Vor der Ersten Benutzung empfehle ich den Geotagger erst einmal zu konfigurieren. Die Default-Einstellung ist so gewählt, dass sie die meisten Anwendungsbereiche abdeckt. Aber eben nicht alle und bei mir war zum Beispiel das Aufnahmeintervall der einzelnen Wegpunkte einfach zu hoch.

Für die Benutzung der Software gibt es auf der A-Trip Seite noch eine Menge Tutorial Videos, Demos und Anleitungen. Alles in Deutsch und wirklich sehr verständlich erklärt. Das finde ich auch sehr vorbildlich und habe ich in der Form noch nicht allzu oft gesehen. Da könnten sich manche Hersteller eine Scheibe davon abschneiden 🙂

i-gotU GT-600

Mein Fazit

Besonders gefallen hat mir:

  • Die geringe Größe von 46 x 41.5 x 14 Millimeter und das Leichtgewicht von 37 Gramm
  • Das Mac Design
  • Die einfache Bedienung
  • Wasserfest
  • Der Motion Sensor
  • Die gute Akkuleistung
  • Der schnelle Kaltstart von 35 Sekunden
  • Eine Menge Speicherplatz für 262.000 Trackingpunkten
  • Der attraktive Preis
  • Die Community und die Möglichkeit Trips auf die eigene Webseite einzubinden
  • a Trip Webseite in Deutsch
  • Ausführliche Dokumentation und Online Tutorial Videos
  • Eine riesige Communtity mit dem man seine Trips teilen kann wenn man will.

Was hat mir nicht so gefallen:

  • Die LEDs sind zu schwach und keine akustische Signale bei Verbindungsabbruch
  • Ein spezial USB Kabel. Das ließ sich wohl aber nicht vermeiden damit das Gerät wasserdicht ist.
  • Kann nicht als GPS Empfänger für Handys genutzt werden, da kein Bluetooth. Als Alternative gibt es das i-GotU GT-200.

Der i-gotU GT-600 legt noch einen drauf und viele Schwächen des GT-120 wurden verbessert. Das i-gotU GT-600 ist zwar ein paar Millimeter größer und 17 Gramm schwerer geworden, aber das fällt nicht so wirklich ins Gewicht. Dafür wird man mit einer längeren Akkulaufzeit und mehr Speicherplatz belohnt. Der Preis ist auch sehr attraktiv. In Deutschland werden die i-GotU Geräte auch unter den Namen Hama oder Winner vertrieben

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Comments (11)

  1. Cool. Danke für den Testbericht. Ich hatte mich gestern erst ein wenig umgeschaut da ich einen Geotagger gut gebrauchen könnte. Was kommen da eigentlich für Batterien rein und wie lange halten die?

  2. Hi,

    danke für den interessanten Bericht! Habe neulich auch einen Bericht über den 120er geschrieben, den werd ich wahrscheinlich auch vorerst mal behalten;)

    VG

  3. hombertho

    @Micha: Batterien sind fest verbaut. Da das Gerät Wasserdicht ist. Es gibt zwar Anleitungen im Netz, wie man dann so eine Batterie mit viel Fingerspitzengefühl tauschen kann. Aber da eine Batterie hält über 2 Jahre und beim Iphone hatte ich auch noch nie Probleme.

    @Matthias: Ja der 120er ist ja auch Klasse und bei der Software gibt es ja keine Einschränkungen. Im Normalbetrieb reicht auch der Speicherplatz.

  4. Ich werde mir vor meinem Urlaub auch noch so ein Gerät zulegen. Allerdings bin ich am Überlegen ob es nicht sinnvoller wäre einen GPS-Logger zu kaufen den man per Blitzschuh mit der Kamera verbindet. Hätte den Vorteil dass nicht unendlich viel GPS-Müll mitgeloggt wird, sondern nur die GPS-Daten wo auch der Auslöser abgedrückt wurde. Ein Beispiel gibts hier: http://neuerdings.com/2008/09/28/jobo-photogps-instant-geotagging-beim-abdruecken/

  5. „Es kann aber auch mal etwas länger dauern, wenn es stärker bewölkt oder der Sichtkontakt zu den Satelliten nicht so gut ist.“

    Kleiner Hinweis: Dem GPS-Empfänger ist die Bewölkung schnurz! Er muss die GPS-Satelliten nicht in menschlichem Sinne „sehen“ können. Die GPS-Signale liegen im nicht sichtbaren Spektrum.
    Vermutlich aufgrund einem zu wörtlichen Verständnis des englischen Begriffs „satelite visability“ hat sich die Mär von den „sichtbaren Satelliten“ durchgesetzt. „Empfangbar“ wäre sicher der besser Ausdruck.

    Da die GPS-Signale so schwach sind, reichte bei älteren GPS-Chips/Antennen oft schon der Stoff des Rucksackdeckels, um diese unter die Wahrnehmungsschwelle des Empfängers zu dämpfen. Moderne Empfänger schaffen es durch das Blech des Kofferaumddeckels!

    Die Wellenlänge ist so gewählt, dass Wolken nichts ausmachen.

    Aber auch schon die alten Geräte funktionieren Nachts. Obwohl man da ja nichts „sieht“ ;o)

    Eine einfache Erläuterung und Quellen zu tiefer gehenden (wissenschaftlichen) Texten zum Thema findet sich hier http://gps-camera.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=229

  6. hombertho

    @5ch31d: Ja das hat auch seine Vorteile, wenn man wirklich auch nur die Fotodaten loggen will. Ich habe dazu ja auch noch den Bilora GT-01 https://www.hombi.eu/2009/08/15/erste-erfahrungen-mit-den-bilora-gt-01/ Eine tolle Sache, aber hat auch einen Haken. Der Blitzschuh ist blockiert und das Ding ist nicht so robust. Sprich es kann unbemerkt abfallen und mir ist es auch schon passiert, dass mir der Blitschuh gebrochen ist ohne das ich schlimmes damit gemacht hätte.

    @Seb: Danke für die Aufklärung. Aber auch vom Hersteller wird oft angegeben, dass bei schlechter Sicht/Bewölkung die Verbindung schlechter ist.

  7. „Aber auch vom Hersteller wird oft angegeben, dass bei schlechter Sicht/Bewölkung die Verbindung schlechter ist.“

    Diese Störungen sind aber für den Otto-Normalnutzer schnurz und nur statistisch nutzbar! Da sind Zitierkartelle am Werke. Und um sich auf der Sichern Seite zu halten …

    Ein Kurzer Ausflug:

    GPS, GLONASS (russ), GALILLEO (eur), KOMPASS (chin) werden zusammengefasst GNNS genannt.

    Alle verwenden mit bedacht Frequenzen für die GNNS-Signale die so wenig wie möglich auf atmosphärische Störungen reagieren.

    Grundsätzlich ist GNNS wetterunabhängig einsetzbar! Die Störungen im Bereich der Atmosphäre sind für den „Normal“-GPS-Nutzer zu vernachlässigen. Die Ionosphärischen Störungen sind hier weitaus relevanter (Sonnenwinde). Diese führen aber wiederum zu Ungenauikeiten der Messungen und verhindern sie nicht. So ist eine GNNS-Ortsbestimmung vom Grundsatz her Nachts genauer als Tags! Auch wenn man nachts gar nichts sieht. Soviel zur Sichtbarkeit die eigentlich „unverstellter Horizont“ heißen sollte.
    Es gibt allerdings Ansätze den Wasserdampfgehalt der Atmosphäre zB für meteorologische Zwecke, anhand der Störung des idealen Empfangs der GPS-Signale zu nutzen.

    Siehe z.B.
    Luo, Xiaoguang; Mayer, Michael; Heck, Bernhard
    (Fakultät für Bauingenieur-, Geo- und Umweltwissenschaften)
    Titel: Bestimmung von hochauflösenden Wasserdampffeldern unter Berücksichtigung von GNSS-Doppeldifferenzresiduen.
    Verlag: Universitätsverlag Karlsruhe, Karlsruhe
    Jahr: 2007
    Serie: Schriftenreihe des Studiengangs Geodäsie und Geoinformatik ; 2007,2

  8. Hallo,

    schöner Testbericht. Möchte das Gerätchen zum Schwimmen nehmen, nun ist die Frage ob das gute Stück auch wirklich wasserdicht ist und ob Du das schon in der Praxis getestet hast?

    Auf eine schnelle Antwort wartend
    Jürgen

  9. hombertho

    @Jürgen: Na klar benutze ich den Tagger in der Praxis. Ich habe den GT-600 an meinen Sun-Sniper-Strap https://www.hombi.eu/2009/08/22/meine-erfahrungen-mit-dem-sun-snipper-strap/ befestigt und so immer bei jeder Fototour mit dabei. Einen Regenschauer hält das Gerät aus. Es ist auch rundum dicht. die einzige Angriffsfläche könnte der Knopf sein. Aber dahinter verbirgt sich bestimmt auch noch ein Gummi. Hatte das Gerät noch nie offen 😉
    Der Hersteller gibt ja selber an: „Water-resistant hardware design, suitable for rainy days, skiing, water sports“ Daher bist du auch auf der sicheren Seite, falls es am Ende nicht so wäre. Ich habe nur keine Angabe gefunden, wie viel Meter. Ob es nun 30 oder mehr sind. Aber so tief geht vermutlich auch kein GPS Signal.

  10. Danke für den Artikel.

    Eine Frage hätte ich aber:
    Kann ich die Wegpunkte, die der GT-600 abspeichert einfach über die Orte Funktion in Aperture importieren oder muss ich zum Verknüpfen der GPS Daten mit den Bildern immer A-Trip benutzen?

    Wäre super, wenn du mir schnell darauf antworten könntest – soll ein Weihnachtsgeschenk werden!

    Maxe

  11. @Maxe: Zu Aperture kann ich leider nichts sagen, da ich Lightroom habe. Allerdings gibt es Zusatztools bzw auch direkt mit der Software mit dem du den GT-600 auslesen und die Wegepunkte als GPX Datei speichern kannst. Hier hatte ich mal genauer darüber geschrieben: https://www.hombi.eu/2009/10/30/mein-praxistest-zu-dem-kompakte-gps-logger-i-gotu-gt-120/ Somit sollte es dann auch mit Aperture kein Problem sein. Ich habe meine Bilder auch nicht über A-Trip getaggt.

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